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Wenn Sie zu den Autofahrern gehören, die nicht mit Ganzjahresreifen unterwegs sind, sondern mit schöner Regelmäßigkeit von Sommerreifen auf Winterreifen und umgekehrt wechseln, stellt sich die Frage nach der richtigen Lagerung der jeweils unbenutzten Pneus. Es gibt ein paar Dinge, die beachtet werden müssen. Wenn Sie Ihre Reifen einfach nur „irgendwo unterbringen“, kann es zu empfindlichen Schäden kommen. Falls Sie die Reifen nicht zu Hause lagern wollen oder aus Platzgründen nicht lagern können, empfiehlt sich der Service von Werkstätten, Tankstellen oder dem Reifenfachhandel. Viele dieser Betriebe bieten gegen eine relativ geringe Gebühr die sachgemäße Aufbewahrung bis zur nächsten Saison an.

Reifen brauchen Aufmerksamkeit

Ein Sprecher des Deutschen Verkehrssicherheitsrates hat bereits vor Jahren bemängelt, dass sehr viele Autofahrer häufig recht nachlässig und leichtfertig mit dem Thema Reifen umgehen. Für die meisten Menschen sind sie einfach nur rund, schwarz und aus Gummi. Über die Bedeutung für die Sicherheit und nicht zuletzt den Fahrkomfort – schließlich sind Reifen der einzige Kontakt zwischen Fahrzeug und Straße – machen sich nur wenige Autofahrer Gedanken. Sie müssen aber Folgendes beachten: Die Auflagefläche auf der Fahrbahn ist bei jedem Reifen etwa so groß wie eine Postkarte und entscheidet über Bremswege, Beschleunigung, Aquaplaning oder die Stöße von Bodendellen und Schlaglöchern.

So sorgen Sie selbst für gute Pflege und Lagerung

Wenn Sie den Wechsel von Sommerreifen auf Winterreifen selbst vornehmen und die Reifen in der Garage, im Keller oder auf dem Dachboden lagern wollen, gilt es, einige simple Regeln zu beachten, damit die Pneus gut über den Winter kommen.

Vor der Demontage sollten Sie den Luftdruck um etwa 0,5 bar gegenüber der Herstellerempfehlung erhöhen, damit sie beim „Parken“ nicht zu schlaff werden und ihre Form verändern. Die Reifen verlieren nämlich auch in der Ruhezeit einen Teil ihrer Luft durch natürliche Diffusion. Versehen Sie die einzelnen Pneus beim Abnehmen mit einer Kennzeichnung, entweder mit Kreide direkt auf dem Gummi oder mit einem stabilen Anhänger nach dem Schema VL = vorne links, HR = hinten rechts etc. Dann können Sie die Sommerreifen im nächsten Jahr wieder an der gleichen Position montieren.

Experten aus dem Reifenfachhandel raten jedoch noch zu einer besseren Lösung, nämlich nach jeder Saison oder alle 10.000 Kilometer die Reifen achsweise zu wechseln, also die Vorderrreifen auf die Hinterachse zu montieren und umgekehrt. Dadurch ergibt sich eine gleichmäßigere Abnutzung, was insgesamt die Lebensdauer erhöht. Verschleißerscheinungen wie die typische „Sägezahnbildung“ können weitgehend verhindern werden. Allerdings sollte niemals diagonal gewechselt, also ein rechter Reifen links, ein linker Reifen rechts angeschraubt werden.

Nach der Demontage

Wenn Sie die Reifen abgenommen haben, sollten Sie die Lauffläche und die Seitenwände gründlich auf Risse, Schnitte und Löcher untersuchen. Schauen Sie nach, ob das Profil sauber ist oder irgendwo kleine Steine, Scherben oder andere Fremkörper darin stecken – falls ja, entfernen Sie sie. Dabei sollten Sie auch gleich die bestehende Profiltiefe messen. Wenn Sie die vorgeschriebenen 1,6 mm nicht mehr erreichen, müssen Sie die Pneus nach dem Winter auswechseln.

Vor der Einlagerung gründlich säubern

Säubern Sie Reifen und Felgen anschließend gründlich mit einem Dampfstrahler oder Schwamm und Bürste. Rostflecken auf den Felgen sollten Sie ebenfalls beseitigen, etwa mit feinem Schleifpapier. Benutzen Sie keine Reinigungsmittel, die Öle oder Lösungsmittel enthalten, denn diese können das Gummi angreifen. Eine einfache Seife oder Spülmittel mit warmem Wasser reicht völlig aus. Nach der Wäsche spülen Sie die Räder mit klarem Wasser, um auch die letzten Reste des Reinigungsmittels vollständig zu entfernen.

Aufbewahrung mit oder ohne Felgen?

Wenn Sie die Reifen ohne Felgen aufbewahren, ist eine stehende Position – auf dem Boden oder in einem Regal – die beste. Drehen Sie die Winterreifen alle vier bis sechs Wochen ein Stück weiter, damit nicht permanent die gleiche Stelle belastet wird. Bei einer Aufbewahrung mit Felgen empfehlen Experten, die Räder mit Haken oder speziellen Felgenbäumen, die im Reifenfachhandel erhältlich sind, an die Wand zu hängen. Sie können die kompletten Räder voll aufgepumpt auch liegend stapeln. Die bloßen Reifen ohne Felgen und Luft sollten Sie dagegen niemals übereinanderlegen.

Achten Sie auch darauf, dass der Lagerplatz mindestens trocken und dunkel ist. Tageslicht und Feuchtigkeit bekommt dem Gummi nicht so besonders. Eine direkte Sonnenbestrahlung etwa in der Garage lässt das Material schneller altern. Eine gute Belüftung und eventuell eine Temperierung wären ideal. Halten Sie die Reifen auch fern von Chemikalien, Lösungsmitteln, scharfen Gegenständen sowie Heizquellen, offenem Feuer oder Schweißgeräten, damit das Gummi nicht beschädigt wird.

Nicht nur Winter- und Sommerreifen, auch Ganzjahresreifen sollten regelmäßig überprüft werden. Es macht Sinn, zum Beispiel vor der kalten Jahreszeit die Profiltiefe zu checken oder die Pneus nach dem Winter auf sichtbare Risse und poröse Stellen zu untersuchen.


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